Bausparen lohnt sich, das ist unbestritten, ansonsten gäbe es die beliebten Verträge nicht über 26.000 mal in Deutschland.[1] Die Frage ist lohnt es sich für die Bausparkasse, für den Sparenden oder für Beide?

Die Anzahl der Verträge geht zwar seit 2004 zurück, dennoch gehört der Bausparvertrag zu einem der beliebtesten Sparprodukte der Deutschen.

1.   Ich spare mit meinem Bausparvertrag…

„Gezielt Eigenkapital aufbauen“ heißt es da auf gewissen Webseiten. Selbst in Zeiten hoher Zinsen, ist der Bausparvertrag mit einer Verzinsung in Höhe des Tagesgeldkontos keineswegs die beste Alternative. Dass ich mit 0,1% oder 0% Zinsen kein Eigenkapital aufbauen kann sollte selbsterklärend sein. Liegt die jährliche Inflationsrate mindestens bei 1,5% und fallen zusätzlich Abschlusskosten von 1% zu Beginn der Vertragslaufzeit an, ist am Ende weniger angespart als eingezahlt.

Dass das so ist und ich mit dem Abschluss meines Bausparers Geld verliere ist ebenso einfach wie transparent auf der Schwäbisch Hall Website einsehbar. Einzahlung minus Guthaben ergibt einen Verlust von 476,64€:

Und was ist mit meinem alten Vertrag, der hat doch noch gute Zinsen?

Solltest du tatsächlich einen Vertrag mit Ansparzinsen höher als 2-3% haben und dieser noch nicht aufgrund fehlender Lukrativität für die Bausparkasse durch eben diese gekündigt worden sein (§324 VAG) solltest du lieber nicht zu Laut darüber reden.[2]

2.   Aber ich sichere mir ja die niedrigen Zinsen!

Verkauft wird der Bausparvertrag vor allem über die Sicherheit „niedriger Zinsen“ ES KÖNNTEN ja die Zinsen in den nächsten Jahren steigen. Denn dass ein Jahreszins von 2,21% aktuell keine top Kondition ist, ist jedem klar, der in letzter Zeit einen Kredit finanziert hat. Zinsen von 0,6-2% sind hier normale Zahlen.

Was aber wenn jetzt die Zinsen wieder auf 5% steigen, dann lohnt sich das Geschäft doch für mich?

Gegen dieses Szenario sprechen die Mehrheit aller Volkswirte Europas. Jüngere wissenschaftliche Studien sind sich einig[3]: Ein Zinsanstieg von einem halben Prozent würde die komplette Destruktion Griechenlands, Portugals und Italiens bedeuten.

Und wenn doch, wer sagt, dass diese nicht auch wieder gekündigt werden (siehe Oben).

3.   Na und? Der ist doch staatlich gefördert!

Die jährliche Wohnungsbauprämie beträgt 8,8% der jährlich eingezahlten Summe. Klingt zunächst mal ganz nett. Ist aber auf 45€ pro Single (90€ für Verheiratete) begrenzt und macht damit den Bock auch nicht fett.[4] Weitere Argumente sind da wohl nicht notwendig…

4.   Und wären da nicht noch Opportunitätskosten?

Wen alle Argumente bis hier hin noch nicht überzeugt haben, hier noch zwei nette Punkte zum Schluss:

a.     In der Ansparzeit unterliege ich Opportunitätskosten, welche enorm sind: Ich könnte ja im Vergleich zu 0,1% mit einem Aktienfonds, der langfristig um 6-9% rentiert ansparen, um dann weniger Kredit aufnehmen zu müssen. Bei obigem Beispiel (418€/mtl.) sind das nach Kosten und Steuern knapp 50.000€ womit ich keinen einzigen Cent mehr leihen muss!!!

b.     Bausparverträge brauchen bei großen Summen (>50.000€) ewig bis sie zuteilungsreif sind heißt bis die Darlehensphase erreicht werden kann. Ist die Summe kleiner, kann ich mir von 10.000€ noch meine Hundehütte finanzieren – trotzdem sind niedrige Summen um die 20.000€ der Standard… [5]

5.   Somit ein eindeutiges Fazit

Die Antwort auf die Eingangsfrage ist damit wohl eindeutig. Bausparen lohnt sich damit… aber nur für die Bausparkasse, egal ob Schwäbisch Hall oder LBS.

Gerade in Zeiten in denen die Staatsverschuldung steigt, die Zentralbanken durch niedrige Zinsen versuchen eine exponentielle Verschuldung zu verhindern und althergebrachte Versicherer durch Altlasten ins Wanken geraten ist die richtige Anlagestrategie deshalb wichtiger als jemals zuvor.

Realoptionen und Sachwerte ist hier das Stichwort. Ob prognosefreie, breit diversifizierte Fonds, Immobilien oder auch ein kleiner Notgroschen in Gold und Fremdwährung – die richtige Strategie muss individuell abgestimmt und langfristig ausgelegt sein.

Eine versierte Beratung kann hier nachweislich Sicherheit und Mehrwert liefern. Ist dir genau das wichtig, bewirb dich jetzt auf ein unverbindliches Kennenlerngespräch: https://calendly.com/adrian-schmidt/bewerbung-auf-ein-kennenlerngesprach

[1] Statista: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/20011/umfrage/anzahl-der-bausparvertraege-bei-bausparkassen-in-deutschland/

[2] https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bundesgerichtshof-urteil-der-teure-sieg-der-bausparkassen-a-1135621.html

[3] https://www.dasinvestment.com/flossbach-von-storch-spezialist-stephan-fritz-darum-gibt-es-keine-rueckkehr-zu-ehemaligen/

[4] https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/bausparvertrag-wann-gibt-es-die-staatliche-foerderung.html#:~:text=Der%20Staat%20unterst%C3%BCtzt%20Bausparer%20mit,Euro%20f%C3%BCr%20Verheiratete%20pro%20Jahr.&text=Sie%20m%C3%BCssen%20mindestens%2050%20Euro%20pro%20Jahr%20in%20den%20Bausparvertrag%20einzahlen.

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